U14 belohnt sich mit Deutscher Vizemeisterschaft

ratiopharm akademie verliert Krimi gegen Eintracht Frankfurt erst in der Verlängerung mit 77:86 / Qualifikation fürs Endspiel nach Halbfinal-Erfolg gegen VfL Lichtenrade (71:68)



Erst im Finale um die Deutsche Meisterschaft und nach 24 Saisonspielen sollte die lange Saison der U14 der ratiopharm akademie zu Ende gehen. Leider waren es nicht die Ulmer, die nach Spielende ihre Arme in die Höhe rissen und den Traum vom ersten Deutschen Meistertitel für Ulm verwirklichen konnten: Nach großem Kampf musste sich das Team von Head Coach Jochen Lotz in der Overtime dem „Dauerrivalen“ Frankfurt geschlagen geben, der Ulm bereits bei den Südwest- und den Süddeutschen Meisterschaften sowie beim Wiener Osterturnier begegnet war. „Die Jungs können mehr als stolz auf sich sein – und der ganze Verein ist es auch. Diese Mannschaft hat unserem Verein viel Selbstbewusstsein gegeben, indem sie gezeigt hat, dass die ratiopharm akademie ganz oben in Deutschland mithalten kann“, so der Sportliche Leiter Artur Kolodziejski.

Die beiden Mannschaften rechtfertigten im Endspiel ihre Qualifikation für dieses: Ulm und Frankfurt begegneten sich auf allerhöchstem Niveau, sodass sich keines der Teams in der regulären Spielzeit einen entscheidenden Vorsprung erspielen konnte. Dementsprechend sagte auch der Frankfurter Meister-Coach Olaf Kanngießer: „Der Glücklichere hat gewonnen“ – einen Verlierer hatte das Finale nicht verdient. Weder zur Halbzeit, noch nach Ende der 40 Minuten hatte eine der Mannschaften die Nase vorne (38:38/69:69). Den Vorteil des Ballbesitzes 10 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit konnte Ulm nicht mehr in Punkte ummünzen, sodass die Finalpartie fünf Minuten Zuschlag erhielt. Harte Entscheidungen der Schiedsrichter führten in der Verlängerung nicht nur zu zwei unsportlichen Fouls gegen Ulm. Mit Tim Köpple, Jan Hanzalek und Edward Reisig mussten gleich drei Ulmer Stammspieler nach fünf Fouls auf der Bank Platz nehmen und ihrer Mannschaft nicht mehr auf dem Parkett helfen. So verlief die Verlängerung, in der zudem die Kräfte schwanden, aus Ulmer Sicht besonders unglücklich. „Mein Team hat bis zum Ende einen riesigen Zusammenhalt bewiesen und unglaublich gefightet“, fasste ein niedergeschlagener und zugleich stolzer Jochen Lotz zusammen. 

Bereits das Halbfinalspiel der Ulmer gegen Gastgeber VfL Lichtenrade am Samstag wurde zum Krimi auf Topniveau, der erst in den letzten Sekunden mit 71:68 für Ulm entschieden wurde. In einer immer enger werdenden Schlussphase haben die Ulmer Jungs die Nerven bewahrt. Der Start war gut gelungen. Nach 48 Sekunden führten die ratiopharm-Korbjäger durch schnelle Korbleger von Tim Köpple und Mate Fazekas bereits 6:0. Doch dann legte auch Lichtenrade seine Nervosität ab. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Hin und Her bis zum Viertelende (22:18 für Ulm). Leichte Vorteile für die Gäste im zweiten Viertel: Mit sieben Punkten Vorsprung ging der Ulmer Nachwuchs in die Halbzeitpause (43:36). Nach einem ausgeglichenen dritten Viertel mit ausbaufähiger Ulmer Rebound-Arbeit, die Lichtenrade 23 Offensivrebounds gestattete und der mageren Freiwurfquote der Gastgeber (38 Prozent; Ulm 73 Prozent), ging es beim Stand von 57:50 in den letzten Abschnitt. Es sollte aus Ulmer Sicht der schlechteste werden. Anstatt gut zusammen zu spielen, verlor man sich im Angriff öfter in erfolglosen Einzelaktionen. Stück für Stück verkürzte Lichtenrade den Rückstand und ging gut zwei Minuten vor Schluss mit zwei Punkten in Führung (65:67). Der enorme Kampfgeist der ratiopharm-Truppe blieb jedoch ungebrochen. 56 Sekunden vor dem Ende war Ulm wieder in Front - mit einem einzigen Punkt (69:68). Tim Köpple brachte den Sieg 0,1 Sekunden vor Ablauf der Zeit endgültig in trockene Tücher, indem er nach Foul beide Freiwürfe zum 71:68 verwandelte. Der Jubel bei den 13- und 14-jährigen Ulmern sowie deren mitgereisten Eltern war groß. Das zweite Halbfinalspiel hatte Eintracht Frankfurt im Anschluss ebenso knapp mit 51:48 gegen TuS Lichterfelde für sich entschieden.

ratiopharm akademie beim Final Four: Dejan Puhali (10 Punkte im Halbfinale/20 Punkte im Finale), Tim Köpple (24/15), Jan Hanzalek (5/7), Tom Kimpel (4/3), Edward Reisig (2/7), Kajetan Brucke (4/3), Fabio Mignemi (5/13), Vincent Langer (5/0), Mate Fazekas (12/9), Daniel Hertle.

Info: Einen Bericht von Regio TV zur Vorbereitung der U14 auf das Saisonhighlight finden Sie hier.

Fotos: Thilo Hensel

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