Ulmer U16 im Finale um die Deutsche Meisterschaft

TOP4: Das JBBL-Team der ratiopharm akademie besiegt Lichterfelde mit 74:61 und spielt am Sonntag (11 Uhr) gegen Frankfurt um den Meistertitel / U19 verpasst Endspiel nach großem Kampf und einer 56:65-Niederlage gegen Güßbach

Das Ulmer JBBL-Team darf weiter vom größten Jugendtitel der Ulmer Basketball-Geschichte träumen. An einem stimmungsvollen Halbfinal-Tag beim NBBL/JBBL TOP4, das 2.000 Zuschauer in der Kuhberghalle verfolgten, setzte sich die Mannschaft von Zoltan Nagy im Duell der Ungeschlagenen gegen Lichterfelde mit 74:61 durch. Damit kann die U16 im Finale morgen (11 Uhr) gegen Frankfurt Deutscher Meister werden. „Ein Riesenkompliment an die Jungs, die sich vor einer tollen Heimkulisse mit einer absoluten Willensleistung das Final-Ticket gesichert haben. Jetzt brauchen wir morgen nochmal die Unterstützung aller Ulmer Basketball-Fans, um einen historischen Titel einfahren zu können“, so Artur Kolodziejski, Sportlicher Leiter der ratiopharm akademie. Tickets für den Finaltag sind morgen ab 10 Uhr an der Tageskasse erhältlich!

Für die Ulmer U19 ist der Traum vom Heim-Titel dagegen beendet. Die Mannschaft von Danny Jansson verlangte Breitengüßbach im ersten NBBL-Halbfinale alles ab, musste im 4. Viertel aber den Ausfall von Marcell Pongo verkraften. Ohne den einzigen Playmaker im Kader (Marius Stoll war krank, Tim Semle verletzt) konnte Ulm gegen den Titel-Topfavoriten am Ende die Führung nicht festhalten und verlor mit 56:65. „Wir sind trotzdem stolz auf die Jungs: Sie haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, und trotz der Ausfälle nur mit fünf Punkten gegen das wahrscheinlich beste Team Deutschlands verloren“, so Assistenztrainer Sebastian Ludwig, für dessen Team eine grandiose Saison mit 16 Siegen aus 19 Spielen damit beendet ist.

JBBL Halbfinale: ratiopharm akademie vs. TuS Lichterfelde 74:61 (36:33)

Die ratiopharm akademie schmeißt den Favoriten aus dem Turnier: Im zweiten Halbfinale des JBBL TOP4 zeigte die Mannschaft von Zoltan Nagy gegen TuS Lichterfelde eine große Energieleistung und siegte im Duell der ungeschlagenen U16-Mannschaften mit 74:61. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte, die vom Center-Duell zwischen Ulms Fazekas (14 Punkte) und Liga-MVP Hendrik Drescher (15) geprägt war, schaltete das Ulmer Team im 3. Viertel einen Gang hoch und sicherte sich mit unnachahmlichem Defensiv-Druck und einem 12:4-Run eine zweistellige Führung. „Wir waren gut vorbereitet, haben in der zweiten Hälfte die Rebounds geholt und in den wichtigen Momenten die wichtigen Würfe getroffen“, resümierte ein stolzer Zoltan Nagy, der aber auch den Gegner lobte: „Ein Team musste heute verlieren. Es war ein erstklassiges Spiel zwischen zwei Teams auf Augenhöhe.“

Vor gut gefüllten Rängen gelang den Hausherren ein Traumstart: Mit bissiger Defense hielt Ulm den Favoriten, der vier Minuten auf den ersten Korb wartete, vom Brett weg (5:2). Dann aber kamen die körperlich überlegenen Berliner besser in Schwung, erzielten den Ausgleich (9:9) und übernahmen mit 7 Offensiv-Rebounds bis zum Viertelende die Führung (13:18). Doch die Ulmer antworteten mit dem, was sie die ganze Saison über stark gemacht hatte: Einsatz, Verteidigung und Teamplay. Moritz Krimmer und Mate Fazekas verwandelten 2 Steals in krachende Dunkings und den 24:24-Ausgleich. Nach einem schönen Anspiel von Puhali auf Fazekas war ein Ulmer Run zum 36:29 perfekt.

Und jetzt legte die ratiopharm akademie erst richtig los: Beflügelt von einer lautstarken Menge startete Ulm mit einem 12:4-Lauf in die zweite Hälfte. Immer wieder erlag Lichterfelde nun der exzellenten Ulmer Pressverteidigung. Als Tim Köpple – bereits im 3. Viertel mit 6 Punkten Ulms offensiv Bester – zu Beginn des Schlussabschnuitts per And-One das 55:44 erzielte, hatte das Spiel seinen emotionalen Höhepunkt erreicht. Spektakulärer war nur der Block, mit dem Krimmer (insgesamt 6 Rejections) einen TuSLi-Fastbreak stoppte. Angeführt von Drescher kam Lichterfelde noch einmal auf 61:55 heran, doch Köpple behielt die Nerven: Ein Zirkuslayup sowie 2 Freiwürfe des Guards sorgten erneut für einen zweistelligen Vorsprung (65:55, 38.) und die Vorentscheidung.

Es spielten: Fazekas (19 Punkte), Köpple (18, 8 Rebounds, 5 Assists), Puhali (14), Hanzalek (8), Kimpel (6), Krimmer (4, 12 Rebounds, je 6 Assists und Blocks), Reisig (3), Mignemi (2), Hötzel, Hertle, Brucke, Pachucki.

JBBL Halbfinale: Metropol Baskets Ruhr vs. Eintracht Frankfurt 51:55 (26:22)

Im ersten JBBL-Semifinale setzte sich Frankfurt gegen die Spielgemeinschaft Essen/Recklinghausen durch. Grundstein des Erfolgs: ein 18:12-Run der Hessen im dritten Viertel, mit dem das Team um Topscorer Jim Gietz (16 Punkte) einen Rückstand umbog. In einem spannenden Schlussviertel behielt Frankfurt dann an der Freiwurflinie die Nerven und brachte einen 51:55-Sieg über die Ziellinie.

NBBL Halbfinale: ratiopharm akademie vs. TSV Tröster Breitengüßbach 56:65 (27:29)

Den Final-Einzug der U16 konnte die U19 der ratiopharm akademie nicht wiederholen. Im ersten NBBL-Halbfinale bot die ratiopharm akademie Tröster Breitengüßbach über 40 Minuten einen großen Kampf, konnte den Favoriten aber nicht stürzen. Mitausschlaggebend: eine Verletzung von Marcell Pongo beim Stand von 47:46 sieben Minuten vor Schluss. Während sich Ulm vom Ausfall seines einzigen Point Guards – Marius Stoll (Erkrankung) und Tim Semle (Schulterverletzung) fehlten ohnehin – nicht mehr erholte, machte Güßbach mit einem 9:19-Schlusspurt alles klar. „Ich bin sehr stolz auf das Team. Die Jungs haben unseren Gameplan perfekt umgesetzt und waren über 40 Minuten dran. Aber am Ende hat Güßbach die Big Shots gemacht“, so Coach Sebastian Ludwig.

Gegen eine druckvolle Verteidigung des Bamberger Nachwuchses kam Ulm zunächst nicht zur Entfaltung – nach vier Minuten stand ein 2:9 für die Franken auf dem Scoreboard. Während sich das Jansson-Team gegen die großen Güßbacher am Korb kaum durchsetzen konnte (1/12 Zweier), fiel der Dreier zuverlässig: Mit vier Treffern von „downtown“ gelang der 14:16-Anschluss, den Benke per „and one“ in die erste Führung verwandelte (17:16, 11.). Es war die spielerisch stärkste Phase der Gastgeber: Als David Krämer einen Jumper versenkte, hatte Ulm einen 10:1-Run zum 21:17 abgeschlossen. Das letzte Wort in Hälfte eins hatte aber Liga-MVP Leon Kratzer, der mit vier Zählern den knappen 27:29-Halbzeitstand markierte.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel ein Kampf zweier Schwergewichte, der nicht immer schön, aber sehr intensiv war – und allein schon wegen des Blocks, mit dem Marvin Omuvwie in der 22. Minute Kratzer abbaute, das Eintrittsgeld wert war. Weil auch eine Serie von sechs getroffenen Dreiern – von denen Krämer für Ulm drei traf – keiner Seite einen Vorteil brachte, ging es mit Gleichstand (45:45) ins Schlussviertel. Dann die 33. Minute: Bei einem Korbleger-Versuch rauschte Marcell Pongo in die Bande und musste mit Krämpfen ausgewechselt werden. Von diesem Schock und dem Ausfall seines Spielmachers erholte sich Ulm nicht mehr: Während sich das Jansson-Team im letzten Abschnitt 8 Turnovers leistete, blieb Güßbach cool und machte mit 4 Dreiern den Sack zu.

Es spielten: Krämer (23 Punkte, 12 Rebounds), Pape (11), Benke (7, 10 Rebounds), Pongo (5), Omuvwie (4), Rosenbohm, Möbus (je 3), Gutsche, Heck, van Schwartzenberg.

NBBL Halbfinale: ALBA BERLIN vs. Young Dragons Quakenbrück 81:53 (34:29)

Der Final-Gegner der Güßbacher am Sonntag (13.30 Uhr) heißt ALBA BERLIN. Die Hauptstädter setzten sich im Vorentscheid gegen Quakenbrück souverän mit 81:53 durch. Bester Spieler auf Seiten der Berliner – die morgen zum dritten Mal nach 2009 und 2014 deutscher U19-Meister werden können – war Junioren-Nationalspieler Ferdinand Zylka (21 Punkte, 8 Rebounds).

Fotos: NBBL/Florian Achberger.

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