Unterm Radar: Annika Holzschuh

Mit nur 14 Jahren gehört die Ulmerin bereits zu den Leistungsträgern der bis dato ungeschlagenen Oberliga-Damen. Zeit, Annika Holzschuh einmal genauer vorzustellen.

Es ist ein Sonntagnachmittag im Oktober 2016, als Annika Holzschuh beim Heimspiel der ersten Damen-Mannschaft von BBU ’01 in der Listhalle etwas nervös auf der Ulmer Teambank Platz nimmt. Schließlich steht das Nachwuchstalent mit seinen nur 14 Jahren zum allerersten Mal im Aufgebot der Damen 1. Seit Sommer trainiert die fleißige Flügelspielerin, die vor drei Jahren beim BBU ’01 Sommercamp mit dem Basketball-Virus infiziert wurde, beim Ulmer Oberliga-Team mit. Erst einmal die Woche, mittlerweile mehrfach – außer mittwochs: Weil das Training dann erst um 21.30 Uhr endet, wird es zu spät für die Neuntklässlerin, die am nächsten Morgen in die Schule muss. Bis zu 19 Jahre trennen Annika und ihre Mitspielerinnen.

Doch mit der Nesthäkchen-Rolle weiß die Teenagerin bestens umzugehen. Bei den Holzschuhs ist sie das jüngste Mitglied der fünfköpfigen Familie. Und auch im Sichtungskader des Deutschen Basketball-Bundes, in den Annika Anfang Oktober als eine der 30 besten U16-Mädchen Deutschlands berufen wurde, gehörte sie als jüngerer Jahrgang (2002) zu den Küken. Wenngleich ihr der Sprung in den EM-Kader für 2017 nicht glückte, gehört eine Europameisterschaft genauso zu Annikas ehrgeizigen Zielen wie der Aufstieg in die Regionalliga mit den bis dato ungeschlagenen Damen 1, bei denen Annika an besagtem Sonntag im Oktober einen gelungen Einstand gibt: Es dauert nur einige Spielminuten, bis Coach Chris Burrer seinen jüngsten Schützling zur Einwechslung beruft. „Da war ich schon ziemlich aufgeregt“, gesteht Annika. „Doch nachdem ich den Ball zum ersten Mal in der Hand hatte, war alles gut.“

Nach den 4 Zählern bei der Oberliga-Premiere kommt die athletische 14-Jährige mit dem starken Zug zum Korb in jedem darauffolgenden Spiel bis Weihnachten zum Einsatz, steht mit knapp 9 Punkten pro Spiel auf Rang 30 der Oberliga-Scoringliste. Fragt man die emsige Arbeiterin nach ihren Schwächen, so nennt sie sofort den Distanzwurf sowie den Abschluss mit der linken Hand. Daran feilt Annika aber Woche für Woche im Individualtraining mit Zoltan Nagy und Teamkollegin Linda Ansa. Zusammen mit den Athletikeinheiten kommt die Realschülerin bereits auf ein wöchentliches Pensum von 12 Trainingsstunden; für U15, U17 und Damen bestreitet sie pro Wochenende bis zu drei Partien. Kein Wunder also, dass Annika das Pauken für die Schule des Öfteren auf die Busfahrt in Richtung Training verlagern muss.

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Foto: Cedric Walter

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